Goethe und Griechenland

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Johann Wolfgang von Goethe

„Whether we begin by investigation the origins of German philhellenism... we must commence with Johann Joachim Winckelmann.“ Unübersehbar steht ihm ein kongenialer Mitstreiter, ein anderer großer Schwärmer zur Seite: Johann Wolfgang von Goethe.

„Das Land der Griechen mit der Seele suchend“, so steht Goethes Iphigenie an den Ufern eines fremdes Gestades, fern der Heimat. „Eine unbeschreibliche Reinheit, Ruhe, und Harmonie liegt über dem Werk, das von der Humanitätsidee gleichsam durchleuchtet ist.“

Für die deutschen Klassiker wird Griechenland gleichbedeutend mit Humanitas. Diese Verkörperung der Menschenliebe und der Bildung erscheint ihnen als leuchtendes Vorbild für die Erschaffung einer eigenen Identität, Reife und Würde. „Das Griechische, es ist Symbol eines besonderen, selten erfüllten Seelenzustands, es umschließt weitausschwingende Reihen menschlichen Empfindens und Sichverhaltens: Stille und Einfalt, Ruhe und Klarheit, Maß und Form, Leben und Gestalt, es ist mild aufschimmerndes Hoffnungslicht...“ Die Iphigenie ist „Zeugnis dessen, wie sich Deutsches an Griechischem erzog, wie es im Anblick des Anderen das Bild eigenen Wesen festigte“.

So sehr Winckelmann und Goethe das Land ihrer Griechen auch vergötterten, beiden war es nicht vergönnt, es zu bereisen. Zumindestens aber Goethe setzte seinen Fuß auf dem Boden Großgriechenlands. Auf seiner italienischen Reise besucht er auch Sizilien und wird dort griechischer Baukunst ansichtig. In Paestum sieht er zum erstenmal griechische Tempel: „Ich befand mich in einer völlig fremden Welt. Denn wie die Jahrhunderte sich aus dem Ernsten in das Gefällige bilden, so bilden sie den Menschen mit, ja sie erzeugen ihn so. Nun sind unsere Augen und durch sie unser ganzes inneres Wesen an schlankere Bauart hinangetrieben und entschieden bestimmt, so daß diese stumpfen, kegelförmigen, enggedrängten Säulenmassen lästig, ja furchtbar erscheinen. Doch ich nahm mich bald zusammen, erinnerte mich der Kunstgeschichte, gedachte der Zeit, deren Geist solche Bauart gemäß fand, vergegenwärtigte mir den strengen Stil der Plastik, und in weniger als einer Stunde fühlte ich mich befreundet, ja ich pries den Genius, daß er mich diese so wohl erhaltenen Reste sehen ließ, da sich von ihnen durch Abbildungen kein Begriff geben läßt.“ „Eingedrängte Säulenmassen, die ihm lästig, ja furchtbar erscheinen“ in diesem Satz zeigt sich: Goethe hatte eine andere Vorstellung von seinen Griechen, von seinen idealisierten Griechen. Im ersten Anblick dieses Tempels fand er nicht gleich „den Genius“, der das Werk erschaffen hatte. Wie konnte er auch, seine Vorstellungen zu den antiken Griechen und ihres Schaffens waren zu erhöht, als daß sie seinen erhabenen Ansprüchen hätten genügen können. „Damit der Genuß vollkommen werde, muß noch etwas zu wünschen übrig bleiben“, schreibt Goethe später an Frau von Stein. Goethes Griechenlandsehnsucht war in Sizilien gestillt worden, das eigentliche Griechenland braucht er nicht zu besuchen, „damit noch etwas zu wünschen übrig“ bleibe.

Neben Goethe waren auch andere große deutsche Klassiker Anhänger des griechischen Mythos, wie z.B.: Lessing mit seiner Beschreibung der Laokoon Gruppe, Hölderlins „Hyperion“ und Schillers „Griechische Götter“.

 

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