Griechenland im Mittelalter

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Griechenland zur Zeit des Mittelalters

Im 16. Jahrhundert löste der Tübinger Professor Martin Crusius eine Gelehrtendiskussion in Europa aus, als er in Zweifel zog, daß die große Stadt Athen noch existiere. Crusius suchte daraufhin Briefkontakt zu Griechen, die ihm als Augenzeugen von Athen berichten sollten. Der Grieche Zygomalas schreibt 1575 an Martin Crusius: „Mit Athen, das ich oft gesehen habe, verhält es sich so: Ich habe es durchwandert und nach allem sorgfältig geforscht: nach dem Areopag, nach den einstigen Akademien, den Schulen des Aristoteles und nach den Pantheon, das alle anderen Bauten in den Schatten stellt; darin sind außen ringsherum Geschichten der Griechen und Götter in Stein gehauen ... Aber wozu mache ich von Athen viele Worte? Vorhanden ist nur noch das Fell; das Tier selbst ging zugrunde.“

Diese Vorstellung war zu jener Zeit weit verbreitet. Das Wesen des Griechischen hatte die Jahrhunderte überdauert, blieb lebendig in Sprache und Ideen, und dennoch war von Griechenland als Land selbst nur eine Vorstellung im Geist der Gelehrten Europas geblieben.

Die große Stadt Athen, die im fünften vorchristlichen Jahrhundert neben Karthago und dem Perserreich die führende Seemacht im Mittelmeerraum war, der Glanz vom goldenen Zeitalter des Perikles und die hohen Philosophien von Platon und Aristoteles waren weiterhin die Seele der Kultur des Abendlandes. Gleichwohl war die Seele körperlos: losgelöst vom Mutterland Griechenland, eingebettet in einem Mantel römischer Lebensart.

Unter makedonischer und römischer Herrschaft, die von 338 v. Chr. bis 395 n. Chr. reichte, konnte Griechenland seine Selbständigkeit bewahren, aber die Hellenisierung und vor allem die Romanisierung waren nicht aufzuhalten. Rom trug die Wurzeln griechischer Kultur weit in die Welt
hinaus, aber überdeckt und teilweise bis zur Unkenntlichkeit verwischt mit ihren eigenen Sitten und Lebensweisen.

Wenn auch Griechenland trotz dieser Eingliederung erst ins makedonische, dann ins römischen Weltreich lange selbständig blieb, ging diese Selbständigkeit aber unter byzantinischer Herrschaft ab dem Jahre 395 n. Chr. langsam verloren. „Als Justinian, der große Gesetzgeber, 526 n. Chr. die Universität Athen schloß, wurde die letzte Spur griechischer Selbständigkeit verwischt und Hellas sank zu einer unbeachteten Provinz des großen byzantinischen Reiches herab, Athen trat ganz in den Schatten der Weltstadt Konstantinopel.“

So kann denn ca. 650 Jahre später Michael Akomminatos, der von 1175 bis 1204 den Erzbischofssitz in Athen innehatte, mit gutem Recht in seinem „Klagelied auf den Untergang Athens“ dichten: „Athen bewohne ich, sehe nirgends doch Athen ... Vergangen ohne Spur ist aller Ruhm Athens; kein Zeichen blieb, kein noch so dunkles“

Das christliche Abendland vergißt Griechenland, bis in der Renaissance vornehmlich Mönche die griechischen Philosophen und Künstler die antiken Kunstwerke wiederentdecken.

 

 

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