Erste Reiseberichte aus Griechenland

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Erste Reiseberichte aus Griechenland

Im Jahre 1395 betritt auf einer Wallfahrt ins heilige Land der italienische Notar Niccolo di Martoni Griechenland. Er ist der erste seit Pausanias, von dem aus eigener Anschauung ein Bericht über die antiken Bauwerke überliefert ist. Aus Athen weiß er von den Quellen der Weisheit und der Schule des Aristoteles zu berichten. Hierbei handelt es sich aber um einen sehr unkritischen Reisebericht.

In den Jahren von 1412 bis 1445 bereist Ciriaco de Pizzicolli, auch Cyriacus von Anconna genannt, Griechenland. Auf seinen ausgedehnten Reisen besucht Cyriacus nicht nur das Festland, sondern ebenso die griechische Inselwelt. „Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen will er nicht bloß Merkwürdigkeiten, die er zufällig antrifft, beschreiben, sondern er reist als erster in der Absicht, die Monumente der Alten, die allenthalben in der Welt zerstreut seien, zu erforschen.“ So liefert er Beschreibungen von der Akropolis zu Athen, den Delphiheiligtümern und berichtet von dem Asklepiostempel auf Paros, den marmornen Löwen von Piräus, wie auch von dem Apollontempel zu Korinth und von vielem mehr.

Ab 1453 liegt Griechenland in den Fesseln der Türkenherrschaft, die die mit Cyriacus von Ancona einsetzende systematische Durchforschung Hellas sofort wieder zum Erliegen kommen läßt. Die Türken stehen den Reisenden, die sich für die antiken Altertümer interessieren, mißtrauisch gegenüber. So sind denn auch Berichte aus dieser Zeit nur spärlich überliefert und zumeist gerade im archäologischen Detail sehr ungenau.

Erst mit dem Lyoner Arzt Jakob Spon ändert sich das. Von 1675 bis 1676 besuchte dieser Griechenland und publizierte seine Entdeckungen in seinem Werk „Voyage d’Italie, de Damatie, de Grece et du Levant“(Lyon 1678). „Spons Buch eröffnete die Reihe der großen wissenschaftlich gerichteten Reisewerke, von nun an wird die Geschichte der Wiederentdeckung Griechenlands zu einer Geschichte der archäologischen Durchforschung des Landes.“

In den Jahren von 1674 bis 1676 besucht auch der aus Ostpreußen stammende Johann Georg Transfeldt Hellas. In seiner Beschreibung des Olympieion zu Athen liefert er ein gutes Beispiel für die damalige Praxis über antike Autoren, den Zugang zu den Bauwerken und ihre Funktion zu erhalten. Er schreibt: „Unter den gegenwärtigen Athenern ist keiner, der dies zu berichten wüßte, und selbst Pausanias, der die athenischen Altertümer beschrieben hat, ist nicht soweit deutlich, daß man aus dieser Darlegung wohl ersehen könnte, welche Stätte dies war. Daher auch ich lange Zeit rat- und hilflos war und es blieb, bis es mir glücklicherweise fügte, die Bücher des Vitruv einzusehen, wo sich unter verschiedenen Beispielen der alten Architektur die Baubeschreibung des Olympischen Zeus zu Athen findet.“

Aber Transfeldt bildet als deutscher Reisender zu dieser Zeit die Ausnahme. Hauptsächlich Engländer, Franzosen und Italiener sind es, die zu dieser Zeit Griechenland bereisen. Es ist der Dreißigjährige Krieg, der die Deutschen hindert, das Ausland zu bereisen; wie auch seine Nachwirkungen noch einige Jahrzehnte im Reiseverhalten zu spüren sind. Doch mit der Überwindung der Spätfolgen des Bauernkrieges, das Wiederaufblühen von Bildung und Kultur, wächst auch die Sehnsucht nach fremden Ländern wieder. In der Person des Johann Joachim Winkelmann wird die Suche nach antiker Kultur und damit nach Hellas am stärksten gewahr.

 

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